Ein freies Vampir-RPG in der Mitte des 19. Jahrhunderts
 
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 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste

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Chauvelin Lacrima
Blutsfamilie



BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   22.02.16 19:45

Chauvelin lief die Straße entlang, während er Ausschau nach seinem nächsten Übuungsobjekt hielt. Allzulange hatte er nicht mehr Zeit, denn die Nacht war schon weit fortgeschritten und er würde auch noch den Weg zurück schaffen müssen. Er hatte wenig Lust herauszufinden, ob sein Körper in puncto Sonne auch anders tickte. Vielleicht störte sie ihn nichtmal. Man musste nur einmal die Norm umdrehen und schon hatte man ihn.
Kurz dachte er, es hätte geblitzt, aber da kein zweiter folgte, hatte er sich wohl geirrt. Er lief weiter, bis er plötzlich einen neuen Geruch wahrnahm. Es waren eindeutig andere Vampire ganz in der Nähe - und für seinen Geschmack zu nah. Erst kam ihm der Gedanke, es wären die, die ihn hergebracht hatten, doch dafür waren die Gerüche nicht vertraut genug. Er war sich sicher, sie erst kürzlich gerochen zu haben. Vielleicht durstige Gäste von Lamias Ernennung? Sie konnten nicht für alle Vampire Menschen unten habel, also tranken sich einige hier draußen. Er sollte sehen, dass er weg kam und sich ein neues Übungsterrain suchen. So beschleunigte er also seine Schritte, um weg zu sein, bevor Lamias Gäste hier eintrafen und ihn o seehen. Wenn Lamia von Fremden direkt mit der Unfähigkeit ihres Schülers konfrontiert wurde, dann konnte er auch gleich selbst in eirgendeine Grabkammer, Zelle oder was auch immer gehen. Dann wäre all das umsonst gewesen.
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Calayda Disrun
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   22.02.16 23:29

Cal runzelte die Stirn. Sie kannte Vampire, die sowas wie Nüsse nicht vertrugen, aber Blut? Und vor allem: Diese Vampire hielten sich aus Instinkt von Nüssen fern.
Auf Calebs Angebot wollte sie gerade erwidern, dass eine von einem scheinbar wilden Tier zerfetzte Leiche nicht unauffälliger war, als diese Lösung, als Castiel sich einschaltete und die Leiche mit einem Lichtstrahl auflöste.
Die blonde Vampirin stieß einen anerkennenden Pfiff auf.
„Saubere Arbeit“, lobte sie ehrlich, konzentrierte sich dann aber wieder auf die eigentliche Aufgabe.
„Du hast recht, wir sollten uns beeilen.“
Ein solches Bild bot sich ihnen noch ein paar mal, immer lag die Leiche in der eigenen Blutlache und es roch so bitter-sauer.
Nach dem vierten Toten bemerkte Cal jedoch am Rande ihrer Wahrnehmung eine Art verwandten Geist. Ein fremder Iúlier, das musste er sein. Sie hielt inne, schloss die Augen zur Hälfte und konzentrierte sich ganz auf diese eine Person, diesen kleinen Punkt auf ihrem geistigen Radar. Er war noch so weit weg, dass sie ihn weder riechen noch hören konnte, aber sie spürte ihn.
Dann atmete sie aus und beschleunigte wortlos ihre Schritte. Nein, es war nicht richtig, ihn jetzt einfach in Bewusstlosigkeit zu versetzen. Es war einfacher, aber nicht richtig. Er sollte die Chance haben, freiwillig mitzukommen.
Rechtzeitig trennte sie sich von der Gruppe, wies ihnen aber geistig den Weg, während sie einen Umweg machte und so ging, dass der Wind ihren Geruch nicht zu dem jungen Vampir tragen konnte. Vorsorglich hatte sie aber auch geistige Barrieren errichtet. Der Wind war kein Problem, aber ein ganzer Vampir würde sie nicht durchbrechen können. Er konnte ihnen also nicht entkommen.
Als er scheinbar ahnungslos in ihre Richtung ging, trat sich direkt vor ihm aus die Straße.
„Hallo, ich bin Cal. Lamia schickt uns, um dich wieder zurück zu holen“, erklärte sie in der kurzen Schrecksekunde und schloss ihre Hand schnell und fest um das Handgelenk des jüngeren Vampirs. Fest genug, damit er sich nicht ganz einfach losreißen konnte, aber auch nicht so fest, dass sie ihm weh tat.
Sie nickte leicht in die Dunkelheit hinter dem flüchtigen Vampir, um den anderen zu bedeuten, dass sie sich zeigen konnten.
„Bitte, mach die Sache nicht unnötig kompliziert und komm freiwillig mit uns mit. Ein Fluchtversuch würde wirklich nichts bringen, du würdest dich nur elend fühlen“, fügte sie leise und in einem Ton hinzu, als würde sie ihn bitten, sich eine warme Jacke anzuziehen, damit er sich nicht erkältete.



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Caleb Alagos
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   23.02.16 12:57

Caleb sah das Cal etwas erwidern wollte, ihm blieb dank seiner Gabe nur selten etwas verborgen.
Doch da erledigte Castiel dieses kleine eher unschöne Problem für sie und ihm ging es nicht viel anders als Cal.
"Respekt.", lobte auch der scheinbar junge Mann.
Ihnen bot sich noch mehrmals dieses Bild und noch mehrmals wiederholte Castiel seinen kleinen Lichttrick.
Caleb war froh das er inzwischen unempfindlich gegenüber Lichtstrahlung war.
Irgendwann stieg ihm der Geruch des Vampirs in die Nase, und er trennte sich von der Gruppe, um dann später wieder dazu zu stoßen.
Caleb lief durch die Gassen nach Norden, der Beschreibung folgend die Calayda ihm durchgab.
Er wartete etwas ab, ehe auch er langsam aus dem Schatten trat.
Der jung aussehende Vampir lies Cal gewähren, er wäre wohl etwas rabiater zur Sache gegangen, doch Cal hatte recht.
Der Vampir sollte die faire Chance haben freiwillig mit zu kommen.
Einmal mehr musste er darüber schmunzeln wie Cal ihre Drohung verpacken konnte.
Er hatte dies ebenfalls vor Jahrhunderten gelernt, doch er hatte schon lange die Theorie das Frauen dies einfach besser umsetzen konnten.
Denn Selenia und Lamia waren ebenfalls Meisterinnen darin.
So blieb Caleb ruhig, er würde einschreiten, sollte die Lage eskalieren, andererseits, ein Jungvampir gegen drei Uralte Vampire...
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Chauvelin Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   23.02.16 21:28

Chauvelin war gerade dabei gewesen, schnell zu verschwinden, als eine Vampirin vor ihm plötzlich auf die Straße trat und ihn sofort ansprach. Einen Augenblick war er perplex und die Vampirin ergriff sein Handgelenk bestimmt. Er war größer und äußerlich älter als sie, aber er wusste, dass das bei Vampiren nichts zu bedeuten hatte. Das war vermutlich Calayda, immerhin hatte sie sich als Cal vorgestellt und Lamia schickte sie, auch wenn ihm nicht ganz klar, was diese von ihm wollte. Sie war ja noch auf dem Fest, also konnte es schlecht um den Unterricht gehen. Seine Aufgaben waren auch alle so ziemlich fertig und er glaubte nicht, dass sie Cal wegen ein paar fehlender Sätze losschickte. Hätte er noch Zweifel an diesem Gedanken gehabt, wäre dieser mit dem Auftauchen der annderen beiden Vampire verschwunden. Irgendwie hatte sie also wohl von seinen Fehlschlägen wind bekommen. Er hatte gleich geahnt, dass es ihr nicht so egal war, ob er Menschenblut trinken konnte, wie sie ihm hatte weiß machen wollen. Es hatte gerade mal eine Nacht gedauert...
Er ahnte schon, dass nun seine Strafe auf ihn warten würde, die Frage war nur welche. Erneut Gefangenschaft, in der Hoffnung, sich eines Tages nicht mehr so unfähig zu sein oder war es gleich Resignation und sein Tod? Er konnte es nicht einschätzen, er wusste nur, dass er den drei Vampiren nicht gewachsen war und es nicht schaffen würde zu fliehen, selbst wenn er im Vollbesitz seiner Kräfte war.
"Oui, ich komme mit", meinte er dann resignierend auf französisch und fürchtete sich davor, was ihm nun vor stand. Für ihn stand es außer Frage, dass etwas anderes als Gefangenschaft oder Tod seine Strafe sein konnte.

Ich setz mit Castiel aus - viel schreiben könnte ich dem gerade nicht xD
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Calayda Disrun
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   24.02.16 1:55

Cal nickte leicht und tätschelte dem jungen Vampir mit der freien Hand leicht auf den Oberarm.
„Sehr gute Entscheidung, Lämmchen, das macht es dir deutlich leichter, ansonsten hätte ich dir das Bewusstsein kappen müssen. Ich diskutiere in solchen Situationen nicht gerne“, erwiderte sie mit einem strahlenden, vergnügten Lächeln, das so gar nicht zu den zweifellos bedrohlichen Worten passen wollte. Ihr Blick wanderte ein wenig ruhiger und ernster zu den anderen beiden.
„Bereit?“, fragte sie sie kurz, dann teleportierte sie sie alle nach einer kurzen Überprüfung der Umgebung in das Zimmer, das Lamia dem neuen Vampir zugewiesen hatte.
„So, Lämmchen, du bleibst hier. Danke an euch, dass ihr mir geholfen habt. Wenn ihr wollt könnt ihr wieder runter zu der Festgesellschaft, ich denke ich schaff es schon, ihn hier drin zu behalten, bis Lamia Zeit hat, sich mit ihm zu befassen. Wenn ihr wollt, könnt ihr aber auch gerne mir … uns Gesellschaft leisten“, wandte sie sich dann mit einem dankbaren Lächeln an ihre Begleiter. Geistig informierte sie Lamia über die Mission. Sie schien die vier Toten zwar zu bedauern, aber ihnen auch sehr dankbar zu sein, dass sie sich um „Lämmchen“, wie Cal Chauvelin getauft hatte, gekümmert hatten.



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Caleb Alagos
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   02.03.16 16:03

Caleb hörte der Blonden zu und er kannte sie inzwischen gut genug um zu wissen das dies keine leeren Worte waren.
Auch wenn diese Worte fröhlich klangen, der ältere Vampir wusste das man sich nicht einlullen lassen sollte, zumindest nicht wenn man an seinen Dasein hing.
Er selbst nutzte seine Gabe um die Restenergien, gemeinhin auch Seelen genannt, zu überreden ins Jenseits zu gehen.
Neue verirrte Seelchen? Nein danke, das musst nicht sein.
Rom war immernoch voll davon.
Caleb spannte sich an ehe Cal sie wegbrachte.
Das Zimmer war hübsch eingerichtet, und Caleb beschloss lieber hier zu bleiben.
"Ich bleibe hier, ich glaube hiervwerden meine Fähigkeiten eher gebraucht.", gab er dann zu.
Seine Kumpels konnten auch ohne ihn saufen.
Da brauchten sie ihn nicht dazu.
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Chauvelin Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   02.03.16 17:20

Chauvelin war ziemlich sauer auf sich, dass er er es nicht geschafft hatte und auch noch erwischt worden war. Er hätte besser aufpassen müssen! Vermutlich hatte er das, was er verhindern wollte, nun lediglich beschleunigt. Andererseits: wenn er es nach knapp 30 Jahren nicht schaffte, hätte er es auch die nächsten Jahre nicht geschafft und vielleicht besser jetzt in eine Zelle, als dass er erst Gefallen an die Welt außerhalb fand. Er hatte sich jetzt schon zu sehr daran gewöhnt und das war ein Fehler. Und wenn sie beschloss ihn zu töten, dann war es halt so. So viel verpasste man bei einem Leben in einer Zelle nicht. Die schönen Erlebnisse beschränkten sich darauf, dass es mal eine Ratte und keine Maus war, die vorbei kam oder man diese verfluchte Spinner erwischte, die einem nächtelang überall drüberkrabbelte und biss. Es war also nichts, worauf er nicht verzichten konnte.
Diese Erkenntnis hatte fast schon etwas tröstliches und beruhigendes - aber nur fast.
plötzlich änderte sich alles um sie herum. Er hatte das schonmal erlebt. Er glaubte sogar, dass die anderen das gestern auch gemacht hatten und irgendwie fand er das unheimlich und zog sich ein die andere Ecke des Zimmers zurück und setzte sich, behielt sie aber alle genaustens im Blick.
"Ich heiße Chauvelin und nicht anders, auch nicht für dich", stellte er klar. Sein Name war das, was er hatte und entweder sprach man ihn mit diesem an oder gar nicht. Wenn er heute schon seine letzte Nacht erlebte, dann wollte er wenigstens bei seinem Namen genannt werden und nicht anders - schon recht nicht nach irgendeinem verfluchten Tier, das danach streben würde, ihn fertig zu machen. Er wusste nicht mehr, wie ein Lamm so wirklich aussah, aber ihn griff ohnehin alles gern an, da war es auch egal, was genau das gleich nochmal für ein Tier war.
so saß er in der Ecke und wartete schweigend. Er hatte beschlossen, nichts weiter zu sagen.
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Daenerys Draculea
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   03.03.16 20:12

Daenerys hatte sich inzwischen etwas umgesehen, und auch nach ihren Schützlingen geschaut. Gerade Jack war mit zu vielen Leuten etwas überfordert, seit er ein Vampir war.
Er zog die Einsamkeit vor, und vergrub sich lieber hinter Büchern.
Laila hingegen war extrovertiert, ein richtiger Wildfang.

Ihr entging nicht das Lamia plötzlich abgelenkt wurde, aber das wunderte sie eigendlich gar nicht. Immerhin war Lamia die neue Älteste, und als diese hatte sich noch andere Verpflichtungen als einem- in ihren Augen vermutlich- Kind zuzuhören.
Doch daraus machte sich Daenerys nicht sehr viel. Sie hatte eine Idee, eine Vision, und um diese zu verwirklichen würde sie sicher nicht warten bis sie 1700 war oder noch älter.

"Ja, das ist sie, und ja, genau deshalb habe ich sie für meine Pläne auserkoren.", bestätigte sie Lamias Vermutung.
Als ihr Gegenüber dann fragte ob sie noch etwas loswerden wollte, schüttelte die Blonde ihren Kopf.
"Nein, ich will Sie gar nicht aufhalten.", meinte sie dann, und ihr Lächeln verriet das sie die Wahrheit sprach.
Vielleicht konnte sie das Gespräch später fortsetzen?
Sie würde nach ihren Schützlingen sehen und gerade Jack erlösen und ihm die Bibliothek zeigen.



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Calayda Disrun
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   03.03.16 23:54

Cal betrachtete Lämmchen amüsiert, als er verlangte, mit seinem Namen angesprochen zu werden.
„Kleiner, du hast gerade vier Menschen ermordet, du bist mit „Lämmchen“ sehr gut bedient. Wenn Lamia mit dir fertig ist, bist du vermutlich kein Lämmchen mehr, sondern ein Lammbraten. Aber gut, du hast beim Einfangen keinen weiteren Ärger verursacht, das halte ich dir zu Gute – Chauvelin“, kommentierte sie. Lämmchen wollte ansonsten offenbar nicht mit ihnen reden, also plauderten Caleb und sie miteinander, redeten über ein paar Anekdoten, sie ließ sich alles über seine letzte Seereise erzählen und strahlte, als er ihr von dem Karneval in Venedig dieses Jahr erzählte, während sie von dem in Rio sprach und von den Strandfeiern, die sie dort im Spätsommer mitgefeiert hatte. Also, im Spätsommer dort, nicht hier.
Irgendwann kamen sie auf das Thema „gemeinsame Bekannte“ und wurden erst unterbrochen, als Cal eine Nachricht von Lamia bekam.
„So, wird Zeit, dass ich dich zur Schlachtbank führe“, meinte sie dann an den jungen Vampir gewandt und nickte zur Tür.
„Na, ich übertreibe, so schlimm wird es schon nicht werden. Wenn Lamia die Beherrschung verliert und alles brennt, hast du Glück, dann lässt sie es raus. Wenn sie aber ganz ruhig bleibt … Na ja, wirst du ja sehen.“
Sie begleitete mit Caleb den Vampir zu Lamias Arbeitszimmer, klopfte an, öffnete dann die Tür und wartete, bis Chauvelin eingetreten war, bevor sie die Tür wieder schloss. Dann drehte sie sich zu Caleb um und sah doch überraschend besorgt aus.
„So schnell hat es noch kein Novize geschafft, Lamia wütend zu machen“, meinte sie nachdenklich.
„Denkst du, dass sie ihn behält, oder wird sie ihn abgeben?“



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Lamia Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   03.03.16 23:55

Lamia schenkte der Jüngeren ein freundliches Lächeln und nickte leicht.
„Nun dann: Vielen Dank, dass Sie mit Ihrer Idee zu mir gekommen sind“, meinte sie ehrlich und begleitete sie wieder in das Haus. Innen kümmerte sie sich um andere Gäste und war auch sehr erleichtert, als sie bald darauf die Nachricht bekam, dass Chauvelin eingefangen wäre. Um ihn würde sie sich später kümmern.
Während sie sich mit anderen unterhielt, beobachtete sie beiläufig auch die Dynamik zwischen der Vampirin und ihren Novizen. Dabei fiel ihr auch auf, dass einer besonders viel mit Ramona sprach. Vielleicht sollte sie sich mit ihrer ehemaligen Novizin einmal unterhalten? Aber das hatte Zeit. Solange der Vampir hier war und sie mit ihm sprach, wollte sie den beiden die Zeit lassen.
Ebenfalls interessant waren die anderen aus dieser Entourage. Einer war der Bruder von Daenerys, das war nicht zu übersehen und er hatte ebenfalls einen Novizen, der offenbar um ihn herumtanzte …
Die Dynamiken unter den anderen schienen deutlich gesünder. Da waren zwei Männer, ein sehr großer, kräftiger, mit einer dröhnenden Bassstimme und ein deutlich kleinerer, schmächtiger Mann, der eher wie ein Mann des Geistes aussah, weniger wie ein Mann der Muskeln. Zwischen ihnen war eine rothaarige Frau, die sich lebhaft umsah. Der größere Mann gab sich offenbar große Mühe, sie die ganze Zeit zum Lachen zu bringen – mit Erfolg, wie deutlich wurde. Irgendwann schleppte er die anderen beiden in den Garten, wo zumindest er und die Frau eine Weile blieben, bevor sie zur Bibliothek gingen, aus der nun aber der Riese recht bald wieder zurückkam. Die anderen beiden waren wohl noch dort.
Langsam neigte sich die Nacht dem Ende zu und Lamia verabschiedete nach und nach ihre Gäste. Als alle weg waren und die Räume in Ordnung gebracht worden waren, informierte sie Cal, dass sie Chauvelin in ihr Arbeitszimmer schicken könnte. Nun würde sie sich um ihn kümmern.
Sie selbst saß bereits an ihrem großen Schreibtisch gegenüber der Tür und ging einige schriftliche Bewerbungsunterlagen durch. Sie überprüfte, für welche Ämter noch Bewerber ausstanden, wer in der nächsten Nacht kommen würde und schrieb ihre Favoriten der ersten Nacht in Listen zusammen, als es klopfte.
„Er kann rein kommen“, rief sie halblaut, sah aber nicht auf, während die Tür geöffnet und ihr Novize hereingeschoben wurde.
Als sich ein paar Momente nichts tat, deutete sie beiläufig auf den Stuhl vor ihr.
„Setz dich. Lass dich von den Papieren nicht ablenken.“



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Laila Faye Alcatraz
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   04.03.16 21:32

Laila hatte sich von Quincey unterhalten lassen, der Geschichten aus seiner Schulzeit mit Jack und Abraham erzählte. Wo war der eigentlich? Er hatte sich vorhin davongestohlen.
War eigentlich auch egal, sie war damit beschäftigt, Quincey zuzuhören. Nachdem sie der Verwandlung zugestimmt hatte, war er vermutlich aufgeregter gewesen, als Daenerys und sie zusammen. Sie war noch keine Stunde verwandelt gewesen, da hatte er sie schon mit einem Wortschwall in halbwegs passablem Rumänisch zugeschüttet. Dass sie jede Sprache verstand und sprechen konnte, hatte sie erst bemerkt, als sie plötzlich keine Fehler bemerkte – weil er im breitesten texanischen Akzent Englisch gesprochen hatte. Seitdem sprach er mit ihr fast nur noch so und freute sich umso mehr, dass jemand ihn verstand und mit etwas Konzentration sogar fast so antworten konnte. Er sagte es nie, aber Laila war sich ziemlich sicher, dass er seine Ranch sehr vermisste.
Natürlich mochte Laila alle ihre „Brüder“, mit Jack teilte sie das Interesse an Büchern und Bibliotheken, aber Quincey hatte offenbar beschlossen, sie besonders ins Herz zu schließen. Und seine Fähigkeit, sich für jede Kleinigkeit zu begeistern, war irgendwie ansteckend.
Als Daenerys wieder zu ihnen stieß, wurde sie gleich neugierig angesehen.
„Wie lief es?“, fragte Laila schließlich.
„Ihr ward eine ganze Weile im Garten, ist das ein gutes Zeichen?“
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Chauvelin Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   12.03.16 9:51

Chauvelin war eingetreten, als Lamia ihn hereingebeten hatte. Er setzte sich hin und sah Lamia dabei zu, wie sie so tat, als würde sie arbeiten. Chauvelin wusste, dass die Arbeit nicht so wichtig war, dass sie nicht warten konnte. Sie wollte ihn zappeln lassen, mehr nicht. Ihm ging das ziemlich auf die Nerven. Das mochte bei jemanden funktionieren, dem man Informationen entlocken will und auf Nervosität baut, aber er war nicht nervös - nicht mehr. Er wusste, dass er versagt hatte und sie ihn, wenn sie zu ihrem Wort stand, ihn nicht einsperren, sondern gleich umbringen würde. Vielleicht war das sogar das bessere Los, als allmählich den Verstand zu verlieren. Er bezweifelte, dass er ein drittes Mal aus der Zelle entkommen würde. Erst die Todeszelle, dann die Dunkelzelle. Die nächste würde sein endgültiges Gefängnis bleiben und aus irgendeinem Grund, ließ er sich nicht einfach sterben. Er würde Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende eingesperrt sein. Da war der Tod wohl das bessere Schicksal.
"Hör endlich auf mit dieser Farce. Ich habe versagt und entweder sperrst du mich ein oder bringst mich um, aber höre auf, so zu tun, als wäre diese Arbeit unaufschiebbar. Ich werde ganz sicher nicht betteln, egal wie viele Stunden du mich hier noch sitzen lässt. Ich bin unfähig und stelle mich den Konsequenzen", meinte er dann ernst. Er würde nicht betteln. Er hatte bei den anderen Vampiren gebettelt - vergebens. Er hatte es auch als Mensch getan. Darum gekämpft, darum gefleht, leben zu dürfen - erfolglos. Ein drittes Mal nicht. Wenn er abtrat, dann mit Würde und nicht bettelnd und flehend. Das war vorbei.
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Lamia Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   12.03.16 12:37

Lamia schnaubte leise.
„Nein, diese Arbeit ist nicht unaufschiebbar, aber einer der Vorteil eines vampirischen Geistes ist, dass man sich auf mehr Dinge gleichzeitig konzentrieren kann. Wenn ich also das hier gleichzeitig mit dem Gespräch mit dir erledige, dann habe auch ich mehr Schlaf vor mir“, erklärte sie beiläufig und verglich zwei Papiere, die ein wenig über zwei Bewerber erzählten, bevor sie den Namen eines der beiden auf die Liste für die engere Wahl setzte.
„Und mach dich nicht lächerlich, ich will nicht, dass du bettelst und ich werde dich sicher nicht töten, das ist nicht meine Art. Wie bereits erwähnt, wer mich wirklich verärgert, wird weitaus unangenehmere Konsequenzen zu befürchten haben. Was ich von dir hier erwarte, ist eine Erklärung. Ich will kein Gebettel, ich will keine Entschuldigung, denn den Mord an vier Menschen kann man nur unter sehr seltenen Umständen entschuldigen und dann ist das kein Mord, sondern Notwehr. Wir Vampire sind in der einzigartigen Lage, dass wir fast immer auf Gewalt verzichten können, insbesondere gegen Schwächere, was fast den ganzen Planeten betrifft. Ich will von dir eine Erklärung hören, weshalb du diese vier Menschen getötet hast. Deswegen sitzt du jetzt hier. Ich habe bereits Vampire davon abgebracht, mordend durch die Straßen zu ziehen, mein Vertrauen in sie, dass sie das nicht tun würden, nachdem sie zu mir gekommen sind, wurde nie enttäuscht – bis jetzt. Du bist mein erster Novize, der mein Vertrauen nicht verdient hat, der sich weggeschlichen und gemordet hat. Nur ein Narr denkt, dass das ohne Konsequenzen bleibt. Also, fang an mit deiner Erklärung.“
Lamia legte nun endlich die Papiere beiseite und sah ihren Novizen an. Ihr Blick war sehr kühl und hatte tatsächlich mehr mit dem Blick eines Richters gemein, der sich die eigene Verteidigung eines Angeklagten anhörte. Es war der Atmosphäre im Raum anzumerken, dass Lamia sehr verärgert war – ein Ärger, den niemand freiwillig auf sich zog. Natürlich konnte sie ihre Ausstrahlung zu einem gewissen Maß lenken, immerhin war sie eine alte und geübte Schwarzblütige und bei einem kleineren Vergehen hätte sie sich auf die Ausstrahlung einer enttäuschten Mutter verlegt, aber vierfacher Mord war kein kleines Vergehen, also blieb sie bei der Ausstrahlung der Richterin. Es war sicher nicht das Schlechteste, wenn ihr Novize sich unbehaglich fühlte, in Anbetracht seiner Tat.



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Chauvelin Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   15.03.16 21:45

Chauvelin hörte ihr zu und ihre Worte brachten ihn doch ziemlich aus dem Konzept.
"Es geht dir um die Menschen?", fragte er ungläubig, zugleich aber auch misstrauisch.
"Wieso interessieren dich diese vier Menschen plötzlich? Es sterben jede Nacht Tausende Menschen wegen Vampiren. Die einen beim ersten Trinken, andere erst nach einigen Malen. Ich hatte in der Zelle schon vor sehr langer Zeit aufgehört, wie viele Menschen starben, während ich versuchte, von ihnen zu trinken. Das hat weder dich noch deine Vertreter vor Ort interessiert und wenn es so ein schlimmes Verbrechen wäre, wie du es darstellen willlst, dann wäre schon ein gezieltes Augenverschließen nötig, um so etwas nicht zu bemerken. Gäbe es Alternativen, hätten sie sich wohl kaum die Mühe gemacht, immer einen Menschen zu suchen und zu mir zu bringen, wenn abzusehen ist, dass ich dieses Blut nur wieder erbreche", stellte er fest.
"Oder geht es um die Leichen? Ich habe dafür gesorgt, dass es nach einem Mord aussieht", fügte er hinzu. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er ganz wilkkürlich vier Mal wichtige Menschen erwischt haben sollte.
"Vielleicht war es nicht richtig, sich wegzuschleichen. Ich habe meinen Geist erkundet, wie du es wolltest und mir wurde klar, dass du nicht ewig hinnehmen wirst, dass ich von deinem oder Tierblut lebe, also habe ich trainiert, Menschenblut zu trinken, wie immer. Nur musste ich mich dismal selbst um Menschen bemühen. Das war mir aber lieber, als dass ich vor deinen Augen ständig daran scheiter und deine Geduld zusätzlich strapaziere", fügte Chauvelin ernst hinzu. Neben der Tatsache, dass er es nicht geschafft hatte, von den Menschen zu trinken, war das Wegschleichen das einzige Problem, dass er sah. Was das nun mit den Menschen sollte, ergab keinen Sinn. Er hatte gelernt, dass man die Menschen als Beute und nicht gleichwertig ansehen sollte. Er war die Katze und die Menschen die Beute. Was war also das Problem?
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Lamia Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   16.03.16 17:55

Lamia war weiter mit ihren Dokumenten beschäftigt, legte diese aber langsam und bedächtig zur Seite, als sie Chauvelin zuhörte. Bona Dea, er schien sich nichtmal seines Fehlverhaltens bewusst zu sein! Es war grauenhaft, was der Vampirstamm getan hatte, um den moralischen Kompass dieses jungen Vampirs derart zu beschädigen. Etwas, was sie schon so lange bekämpfte: Die Geringschätzung anderer Lebewesen!
Aber mit Worten allein würde sie hier nicht weiter kommen. Kurz dachte sie nach, dann legte sie ihre Hände offen auf den Tisch.
„Lege deine Hände auf meine, sodass du meinen Puls nehmen kannst“, forderte sie ihn unvermittelt auf.
„Spürst du ihn? Der Puls eines Vampirs ist langsamer als der eines Menschen und schwächer, man hört ihn auch nur ganz, ganz leise, wenn man sehr gut hinhört. Und nun verrate ich dir noch etwas: Das ist der einzige Lügentest, der etwas taugt. Es gibt gute Lügner, es gibt sogar ganz und gar hervorragende Lügner! Ein Lügner kann kontrollieren, was er tut, wo er hin sieht, vielleicht noch das Zucken bestimmter Muskeln. Aber ein Lügner kann nie kontrollieren, wie sein Herz schlägt. Eine solche Lüge funktioniert nur, wenn der Lügner nicht weiß, dass er lügt. Auch ich kann meinen Herzschlag nicht kontrollieren. Wenn ich lüge, wird mein Herzschlag schneller und unregelmäßiger. Die Abweichung ist zu gering, um sie zu hören, aber du kannst sie spüren“, erklärte sie ihm ernst und aufrichtig.
„Und nachdem du das nun weißt, will ich dir etwas sagen, ich will, dass du weißt, dass ich nicht lüge: Es ist absolut in Ordnung, dass du kein Menschenblut trinkst. Ich werde dich niemals dazu zwingen welches zu trinken und dich deswegen auch nie bestrafen oder verstoßen. Du gehörst zu meinem Clan, diese vier Menschen interessieren mich vor allem, weil du sie getötet hast. Vampire, die durch die Straßen ziehen und morden sind eine Gefahr, die auch von uns Vampiren eliminiert wird, nicht Vampire, die kein Menschenblut trinken. Welches Blut du trinkst ist absolut und voll und ganz deine Sache, solange du dafür nicht tötest. Wir Vampire haben die Möglichkeit zu leben, ohne zu töten, diese Möglichkeit nutzen wir normalerweise auch. Chauvelin, ich bilde dich gerne aus und heiße dich mit offenen Armen im Clan willkommen, immerhin sind wir das, was für Vampire einer Familie am nächsten kommt. Aber damit das funktioniert, musst du mir vertrauen. Ich sage es noch mal: Deine Unverträglichkeit war für diese anderen Vampire ein Problem, nicht für mich. Und die Vampirstämme sind eine winzige Splittergruppe, sie sprechen nicht für die restliche Vampirwelt.“
Lamia atmete tief durch. Sie wollte ihn langsam wieder an eine normale Gesellschaft gewöhnen, vielleicht sollte sie sowas ja mal versuchen.
„Hör zu, Chauvelin, vielleicht würde es dir leichter fallen, wenn du mit Vampiren redest, die ich ausgebildet habe. Beispielsweise Ramona. Sie ist eine Nachfahrin meiner Menschenfamilie, so wie du. Als ich erfuhr, dass ein Vampir sie angegriffen hat und sie verschwunden war, habe ich ihre Fährte aufgenommen. Ramona hatte zunächst ein ähnliches Problem. Sie hat das Leben von Menschen nicht genug wertgeschätzt. Ich weiß noch, dass ich in der Nacht eine Gruppe Jäger weggeschickt habe, die sie ansonsten getötet hätten. Sie ist auch nur zögerlich auf mein Angebot, sie auszubilden eingegangen, aber sie hat es getan. Sie wurde auch von ihrem Schöpfer verlassen und stattdessen von mir ausgebildet. Inzwischen ist sie selbst Jägerin. Sie wurde zur Vampirin, weil ein anderer Vampir Menschenleben ebenfalls verachtet hat und nun geht sie gegen solche Vampire vor. Oder Caleb. Er war ein Straßenkind, das von meiner Schöpferin aufgelesen wurde. Zugegeben, sie wollte, dass ich eine Aufgabe habe, aber es war schlussendlich ein doppelter Gewinn, da er so ein Zuhause bekam. Er war noch sehr jung, als er zu mir kam. Ich habe ihn aufgezogen und gelehrt und später verwandelt und ausgebildet. Cal dürfte für dich vermutlich ein wenig zu vorlaut sein … Ach, aber morgen kommt ein Freund, soweit ich weiß. Er kommt vor der Feier kurz vorbei mit einem anderen Freund. Percy ist sehr gesellig und Antony ein wirklich liebenswürdiger junger Vampir, vielleicht würde dir so eine kleine Runde helfen, langsam wieder mit Gesellschaft umzugehen, das sind doch weniger als später auf dem Fest. Oder auch – ach, es bringt auch nichts, wenn ich hier jeden Vampir aufzähle, den ich kenne. Da würde doch eine ganz gewaltige Menge zusammenkommen. 2000 Jahre sind genügend Zeit, um einen Bekanntenkreis von der Größe wenigstens einer Großstadt zusammenzustellen.“



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Chauvelin Lacrima
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   24.03.16 12:01

Chauvelin ging zögerlich zu Lamia. Er hatte sich auf jahrhundertelange Gefangenschaft oder seine Hinrichtung vorbereitet und doch schaffte sie es, ihn zu verunsichern. Er tat, was sie sagte und hörte Ihr zu, doch was sie sagte, traf ihn wie ein Hammerschlag und er musste sich setzen.
"Ich hätte diese Menschen nicht töten müssen", stellte er fest. Er war kein Unmensch - oder Unvampir? - und hatte früher für das Leben vieler Menschen gekämpft. Gut, auch viele hinrichten lassen, aber das war etwas, was die meisten Revolutionen und Kämpfe begleitet. Er hatte sich eingeredet, dass es in Ordnung wäre, die Menschen zu töten, dass sie in der Nahrungskette unter ihnen standen und er als Vampir keine andere Wahl hatte. Er hatte sich das so oft gesagt, dass er davon überzeugt war, das zu tun, was für ihn richtig war und wie er anerkannt wirde. Und nun wurde ihm gesagt, dass er diese hunderte, vielleicht sogar tausend Menschen nicht hätte töten müssen. Das wirbelte alles durcheinander, jede Nachts wurde alles, was er glaubte, über den Haufen geworfen und langsam war er sich nicht mehr sicher, ob er wirklich noch mehr über diese Welt wissen wollte, denn sie offenbarten ihn nur, wie sinnlos und unnötig die letzten Jahre gewesen waren. Und ihm wurde klar, dass die anderen Vampire lieber weggesehen hatten und ihn dort hatten versauern lassen...
er hatte den Kopf in Hände vergraben und verharrte so eine Weile, während er versuchte das Chaos in seinem Kopf zuordnen. Er fuhr sich durch die Haare und richtete sich seufzend wieder auf. Er würde darüber wohl noch lange nachdenken müssen und vor allem damit klar kommen müssen. Er konnte es nicht mehr rückgängig machen.
Er hörte ihr zu, als sie von ihren anderen Novizen sprach und nickte nur leicht. Im Augenblick war das wirklich Teil seiner Gedanken, nur bei zwei Namen verzog sich sein Gesicht leicht.
"Ich hoffe, du redest nicht von Percy Blakeney und Anthony Dewhurst", meinte er. Andererseits waren beides häufige Namen in Britannien und so viel Pech konnte er nun wirklich nicht haben.
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   26.03.16 2:26

„Nein, das hättest du nicht“, stellte Lamia ruhig fest und zog ihre Hände wieder zurück.
„Das ist auch der Grund, weshalb ich verärgert bin: Du hast mir gesagt, du verträgst kein Menschenblut, ich konnte absolut nicht verstehen, weshalb du dann Menschen angreifen solltest. Wir haben ein funktionierendes Spendersystem, sodass jeder Vampir mit Spenderblut versorgt werden kann. Ja, manche jagen auch und manchmal ist das auch nötig, aber das passiert wesentlich seltener, als die meisten denken. Insbesondere, wenn die menschlichen Vampirjäger aktiver werden, werden wir vorsichtiger. Diese Jäger sind für einen ausgebildeten Vampir nur selten eine ernsthafte Bedrohung, aber je weniger sie von uns sehen, desto weniger können sie uns verfolgen und damit vielleicht schutzbedürftigere Wesen aufgreifen. Außerdem haben Jäger meistens mit massiven Problemen zu kämpfen: Geisteskrankheit, Drogenabhängigkeit, emotionale Probleme. Sicher kein angenehmes Leben, besonders keines, das wir noch schlimmer machen müssen. Und so ziemlich alle Jäger sind Jäger, weil irgendjemand von uns ihr Leben zerstört hat. Wenn sie sich rächen, wollen sich Vampire rächen, was noch mehr menschliche Jäger erschafft, die sich rächen wollen. Das ist ein Teufelskreis. Aus diesem Grund gibt es auch unter uns Vampiren Jäger, vergleichbar mit der Polizei der Menschen. Die schwarzen Schafe, die sich nicht benehmen können, werden aus dem Verkehr gezogen. Es gibt weiße, graue und schwarze Jäger, wobei die schwarzen Jäger anders vorgehen, als die anderen beiden Gruppierungen. Sie sind eine Art Eliteeinheit von mir gegründet und jeder einzelne von mir ausgebildet.“
Lamia erhob sich und ging zu einem Metallschrank, der scheinbar über keine Tür verfügte. Mit ihrer Gabe erhitzte die einen Spalt so sehr, dass das Metall schmolz, dann schmolz sie noch zwei Löcher in jeden Türflügel und öffnete den Schrank. Aus dem Inneren nahm sie eine kleine Holzschatulle mit einer aufwendigen Schnitzerei. Die Schatulle war alt, aber haltbar gemacht worden. Sie zeigte sie, wie sie vor so langer Zeit gewissermaßen „Hof“ gehalten hatte, ihre treusten Anhänger zu ihren Seiten. Darunter auch Aurelius, der vermutlich wichtigste Mensch in der ganzen Sache.
Die Schatulle war ähnlich verschlossen wie der Schrank. Als sie die Goldbeschläge an den Ecken geschmolzen hatte, hob sie den Deckel ab und zeigte Chauvelin die zahlreichen kleinen, weißen Stäbchen darin.
„Ich hatte ja bereits erwähnt, dass dem, der meinen Zorn ernstlich erregt ein schlimmeres Schicksal blüht, als eine dunkle Zelle. Ich habe die Gruppierung der schwarzen Jäger gegründet. Die Vampire, die absichtlich eine Spur des Mordens hinterlassen, werden von den Jägern aus dem Verkehr gezogen. Junge Vampire haben vielleicht noch Glück auf einen weißen Jäger zu stoßen, die sie gefangen nehmen und zu einer Anlaufstelle bringen, graue Jäger dagegen töten. Das ist schnell, unkompliziert und effektiv. Dieser eine Vampir ist dann keine Bedrohung mehr. Die schwarzen Jäger dagegen erkennen die Philosophie an, dass jedem ein Verfahren, eine Strafe und eine zweite Chance zusteht. Wir trennen Körper und Seele des betreffenden Vampirs. Der Geist ist auf solchen Stäbchen gespeichert, die Körper werden an einem anderen Ort verwahrt. So kann allein mit dem Geist zunächst ein Verfahren eröffnet werden. Stellt sich heraus, dass es ein junger Vampir ist oder gibt es vielleicht andere mildernde Umstände, wird der Prozess rückgängig gemacht, hat der Vampir bereits seine zweite Chance verspielt, wird der Körper zerstört und der Geist so sehr verunstaltet, dass eine Wiedergeburt nicht möglich ist. Wer aber eine zweite Chance bekommt, kann so seine Strafe abwarten, ohne dem Verlangen nach Blut ausgesetzt zu sein, denn oft hat es keine biologischen, sondern psychische Gründe. Der Vampir hat Zeit, sich zu besinnen. Dennoch ist es laut diesen Vampiren furchtbar, die Strafe zu verbüßen. Nun, es soll ja auch eine Strafe sein.“
Lamia schloss die Schatulle wieder sorgsam und sperrte sie gut im Schrank weg.
„Chauvelin, dieses eine Mal werde ich dir deinen Fehltritt durchgehen lassen. Aber du musst mir versprechen, dass soetwas nie wieder passiert, sonst werde ich weder als Clanoberhaupt, noch als Älteste, sondern als schwarze Jägerin handeln. Ob du das als Drohung, Versprechen oder was auch immer siehst, überlasse ich dir, solange dir nur klar ist, dass ich es ernst meine und keinen Augenblick zögern werde, dich ebenfalls aus dem Verkehr zu ziehen, solltest du zu einer Gefahr werden.“
Langsam atmete die Vampirin ein und aus. Sie hasste es, solche Ansprachen halten zu müssen. Wenn sie schon etwas in der Richtung erwähnte, dann bevorzugte sie eigentlich eine sanfte, subtile Art, aber in diesem Fall hielt sie es für besser, die Karten offen auf den Tisch zu legen. Er war den Umgang mit anderen nicht mehr gewöhnt und er sollte ohne rumrätseln zu müssen, Bescheid wissen.
Ihre Mine wurde danach auch wieder sanfter und freundlicher. Chauvelin wusste Bescheid, sie zweifelte nicht daran, dass er sich daran halten würde. Als er aber die Namen der beiden ehemaligen Novizen nannte, sah sie ihn erstaunt an.
„Du kennst die beiden also? Doch, ich rede von ihnen. Beides sehr freundliche junge Vampire, aber ziemlich unterschiedlich. Von Antony sind die meisten recht schnell angetan, wenn er denn mal etwas mehr spricht als Höflichkeitsfloskeln, aber Percy mag eigentlich jeder, denke ich. Er hat die seltene Fähigkeit, sich nicht mit der Ausstrahlung, sondern durch sein Benehmen beliebt zu machen. Nun ja, wenn du die beiden kennst, dann kannst du sie morgen ja ebenfalls begrüßen. Hm … stimmt, ihr dürftet ungefähr gleich alt sein, auch wenn die beiden später verwandelt wurden.“
Lamia betrachtete ihren Novizen und runzelte irritiert die Stirn, als sie sah, wie fassungslos er aussah.
„Soll ich vielleicht in deinem Zimmer weiterarbeiten, wenn dich das Papiergeraschel nicht stört? Ich bin dann da und sollte irgendetwas sein, würdest du mich sofort sehen. Ich könnte später einfach auf einer der Liegen schlafen, das geht schon, keine Sorge.“



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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   28.03.16 9:12

Chauvelin hörte ihrer Ansprache über die Jäger der Vampire und irgendwelchen Seelentrennungen zu, aber so richtig erschließen wollte sich ihm das ganze gerade nicht. Zählte sie ihm jetzt auf, was sie mit ihm vor hatte oder sollte das plötzlich Unterricht werden? Er nickte einfach nur. Sollte zweiteres zutreffen, würde er später darüber nachdenken. Im Augenblick war so ein Chaos in seinen Gedanken, dass er einfach nicht wirklich begreifen konnte, was sie ihm erzählte. Er hörte alles, doch wollte es einfach nicht zusammen passen.
Als sie meinte, sie würde ihm dieses eine Mal durchgehen lassen, aber er müsse ihr versprechen, es nicht wieder zu tun, nickte er erneut. Er war sicher der letzte, der Freude daran hatte und er würde sicher nicht freiwillig von Menschen trinken. Vermutlich hatte sie nicht genau verstanden, warum er das getan hatte und wie sehr ihn selbst jeder Augenblick dort oben angewidert hatte, sonst würde sie nicht so ein Versprechen von ihm wollen. Vielleicht war es auch einfach eine Angewohnheit von ihr.
Als sie jedoch bestätigte, dass sie die zwei meinte, sah er sie fassungslos an und hatte das Gefühl, dass sein Leben so richtig bergab ging, seit er hier war.
"Ich will die beiden nicht sehen. Es gibt niemanden, den ich so sehr verabscheue wie Blakeney. Seit ich auf ihn getroffen bin, ging mein Leben nur noch bergab", erwiderte er. Sein Leben war schon fast perfekt, bis der Brite auftauchte. Erst nahm dieser ihm seine Verlobte, dann machte er mit seinen Taten ihm das Leben zur Hölle und zum Schluss sorgte er, dass er als Hochverräter festgenommen wurde. Dort wurde er verwandelt und landete dann in der Zelle. Ohne ihn wäre er glücklich verheiratet gewesen, hätte vielleicht Kinder gehabt, wäre auf dem Höhepunkt seiner Karriere gelandet und vielleicht hätte er das Scheitern der Revolution verhindern können.
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   28.03.16 14:08

Lamia betrachtete ihn einen Moment einschätzend und nickte dann. Sie glaubte ihm, dass er es ernst meinte. Deswegen verschloss sie die Schatulle auch wieder sorgfältig, räume sie weg und verschloss auch den Schrank auf die gleiche Art, wie sie ihn geöffnet hatte. So war alles, was im Schrank war, ziemlich sicher, denn das Metall schmolz nur bei einer bestimmten konstanten Temperatur. Bei allem drüber und drunter blieb es fest. Man brauchte zum Öffnen also ihre Gabe und ihr Wissen.
Ihren Vorschlag schien der junge Novize über seine Aufregung über Percy und Antony ganz zu vergessen. Er sah vollkommen fassungslos aus und in seiner Stimme schwang Wut und Hass mit. Langsam drehte die Vampirin sich zu ihm um und musterte ihn eingehend. Er schien fast vor Wut zu zittern. Er musste ihn als Mensch kennen gelernt haben. Dass die Wut dann über die Jahre nicht verraucht war, ließ Lamia die Stirn runzeln. Sie bedeutete ihm, sich mit ihr in die Sitzecke zu setzen, wo sie ihm „über Eck“ schräg gegenüber saß. Lamia lebte schon ein Weilchen und sie wusste, welcher atmosphärische Unterschied zwischen diesem Gegenübersitzen und dem am Tisch zuvor bestand.
„Du scheinst der erste zu sein, der Percy nicht mag – wenigstens der erste, den ich kennenlerne. Du brauchst die beiden nicht treffen, wenn du das nicht willst, aber denk an das, was ich dir bereits erzählt habe: Lass dein menschliches Leben so gut es geht hinter dir. Du musst kein Fan von Percy sein, aber lass deine Wut bitte nach und nach los. Möchtest du mir vielleicht deine Sicht der Dinge darlegen, weshalb allein die Erwähnung seines Namens dich so wütend macht?“, schlug sie schließlich vor. Es half manchmal schon sehr, sich einfach alles von der Seele zu reden.



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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   29.03.16 5:56

Chauvelin sah kurz zu Lamia, die ihm bedeutete, bei der Sitzecke Platz zu nehmen, also setzte er sich in einen der Sessel. Er hörte ihr zu. Sein menschliches Leben zurückzulassen war nicht so schwer, wenn man nur wenig Erinnerungen hatte. Weder erinnerte er sich an seine Eltern noch Freunde. An Fetzen der Revolution und die letzten Monate seines Menschendaseins erinnerte er sich jedoch noch sehr genau, denn diese hatten ihn nie losgelassen und irgendwie hatte er das bisschen Erinnerung, was er hatte, festgehalten, selbst wenn es keine positive war. Aber letztlich merkte man sich ja die negativen am besten, was eigentlich nicht sehr fair war.
"Er hat mir die letzten Monate zunehmend zur Hölle gemacht", verriet er.
"Das erste mal tauchte er im Theater auf, in dem meine Verlobte spielte. Ich mochte ihn da schon nicht, aber gegen die Briten konnten wir nichts tun. Es dauerte keine sechs Wochen, dann ging meine Verlobte mit ihm nach England und heiratete ihn, dabei hatte unsere Hochzeit kurz bevor gestanden", stellte er fest.
"Kurz darauf begann ein Fremder nach und nach Leute vor der Guillotine zu retten, was Robespierre natürlich wütend machte und er war nicht der geduldigste Mensch. Wochenlang versuchte ich ihn zu enttarnen, bis ich letztlich ebenfalls nach England reiste. Dort bekam ich raus, dass Percy und seine Freunde dahinter steckten. Ich lockte ihn nach Frankreich, da ich ihn auf frischer Tat ertappen musste. Ich nutzte dafür seine Frau, die nach Frankreich kam, um Percy zu warnen, dass es eine Falle war, und deren Bruder als Druckmittel. Er kam, doch überlistete er mich, so dass alle Beweise dafür sprachen, dass ich der ominöse Retter war und das Robespierre persönlich als erstes erfuhr. Ich wurde als Hochverräter verhaftet und bis zu meiner Hochverrat in eine Zelle gesteckt, wo ich letztlich verwandelt wurde, wenige Stunden bevor sich mein Schöpfer hinrichten ließ und mir nur den Tipp gab, mich von der Sonne fernzuhalten. Wenige Tage später landete ich dann bei dem Vampirstamm, wo ich bis vorgestern war", erklärte er noch immer wütend.
"Er hätte einfach in England seine Feste feiern und sich aus Paris fernhalten müssen. Dann wäre ich verheiratet, hätte ein normales Leben geführt und wäre nie verwandelt worden. Wie könnte ich also nicht auf ihn sauer sein?", fragte er. Er hasste diesen Mann und dessen Freund gleich mit und er wollte ihm nie wieder begegnen.
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   29.03.16 15:28

Als Lamia ihm zuhörte, entwickelte sie ein gewisses Mitleid mit ihrem jungen Schüler. Weniger wegen dem, was ihm zugestoßen war, eher, weil er offenbar nicht in der Lage war, damit umzugehen und das zu verarbeiten.
Selbstverständlich war es nicht nett von seiner Verlobten, ihn kurz vor der Hochzeit quasi für den Erzfeind sitzen zu lassen, aber wenn sie bereits nach sechs Wochen ihren neuen Liebhaber geheiratet hatte, war das entweder recht übereilt oder aber, sie hätte ihn so oder so verlassen, wenn nicht, wäre es wohl keine glückliche Ehe geworden. Und Lamia war der Meinung, dass jeder jemanden verdient hatte, der einen so liebte, wie man war und wie man den jeweils anderen liebte. Ansonsten würde ein gemeinsames Leben auf Dauer nicht funktionieren.
Die weiteren Reibereien zwischen ihm und Percy ließen sich einfach darauf zurückführen, dass Percy offenbar Menschenleben hatte retten wollen und er seinen Job gemacht hatte. Allerdings bezweifelte Lamia, dass er nicht hätte fliehen können, nur hatte er das vermutlich nicht gewollt. Und das war ein Punkt, indem sie ihn absolut verstand, denn sie empfand für Rom ebenso.
„Denkst du das wirklich?“, meinte Lamia schließlich sanft.
„Er hat dir dein Leben sicher nicht leichter gemacht, aber ich wage es zu bezweifeln, dass dein Leben ohne ihn tatsächlich besser gewesen wäre. Du sagtest, deine Verlobte hätte ihn geheiratet, nachdem sie ihn gerademal sechs Wochen kannte. Das klingt für mich sehr überstürzt und eilig. Bist du dir sicher, dass ihr glücklich geworden wärt, wenn sie in einer solchen Situation so schnell einen anderen heiratet? Ich denke, dass du jemanden verdient hast, der nicht kurz vor der Hochzeit beschließt, doch eine andere Person zu heiraten. Da Percy offenbar Menschen retten wollte und du deinen Job machen wolltest, ist der Konflikt verständlich, aber keiner von euch beiden ist schlussendlich Schuld daran, wobei das mit den Druckmitteln doch arg nach einem Schlag unter der Gürtellinie klingt, genauso dass er dich dann so den anderen Revolutionären ausgeliefert hat. Solche Spielchen sind für euch beide unwürdig“, stellte sie fest und schüttelte sacht den Kopf.
„Dieser Lausebengel!“, murmelte sie nachdenklich, denn ein solches Handeln passte nicht zu dem jungen Mann, den sie kennen gelernt hatte. Nun ja, da er unter Druck stand, war es vielleicht eine Notlösung, aber keine besonders elegante. Und es war ja bevor sie ihn kennen gelernt hatte.
„Für die Verwandlung und dein unerfreuliches Zusammentreffen mit dem Stamm, kann er allerdings sicher nichts. Aber nehmen wir an, es gäbe Percy nicht, du und deine Verlobte hätten geheiratet – du hättest nicht viel länger gelebt, Chauvelin. Du bist im April des Jahres 1794 zum Vampirstamm gekommen und wurdest wenige Tage zuvor verwandelt, ja? Wärst du nicht in dieser Zelle gewesen, hättest du nur wenige Monate länger gelebt. Im Juli 1794 wurden Robbespierre und seine Anhänger hingerichtet. Ich verstehe dich, man verliert sich darin, was wäre, wenn irgendetwas anders gelaufen wäre. Ich hab mir häufig überlegt, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn meine Schöpferin nie auf mich aufmerksam geworden wäre. Wie viele Menschen ihr Leben hätten behalten dürfen. Schlussendlich weiß ich aber nicht, ob es so gekommen wäre und ich kann auch nicht ändern, was schon geschehen ist. Ich kann nur versuchen, die Gegenwart so gut wie möglich zu gestalten, um die Zukunft besser zu machen. Deine Abneigung gegenüber Percy wird weder die Vergangenheit ändern, noch ihn groß beeinflussen, es grenzt eher dich aus. Willst du ihm wirklich diese Macht geben? Denn die hat er nur, wenn du es zulässt. Du kannst nun also für den Rest der Ewigkeit alles tun, um ihm aus dem Weg zu gehen, oder du packst den Stier bei den Hörnern und versuchst so ungezwungen wie möglich mit ihm umzugehen. Wie gesagt, du musst nicht sein bester Freund werden, aber lass seine Gegenwart dich nicht davon abbringen, mit anderen Zeit zu verbringen“, riet sie ihm freundlich. Sie meinte es nur gut mit Chauvelin. Natürlich verstand sie den Ärger, aber es war ein wenig zu einfach, Percy die Schuld zu geben. Ihrer Meinung nach war es wirklich besser, wenn Chauvelin nun begann, all das zu verarbeiten und damit abzuschließen.



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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   30.03.16 6:08

"Ja, das denke ich. Wir kannten uns fast zwölf Jahre und waren vier Jahre zusammen. Für Vampire vielleicht nicht viel, aber für Menschen haben wir mit der Hochzeit schon lange gewartet. Sie etablierte sich als Schauspielerin, ich als Polizist. Wir wollten sicher sein, dass es trotz unseren stressigen Berufen funktioniert und das hat es. Ich hatte versucht ihr klar zu machen, dass das zwischen ihnen nur ein Strohfeuer ist, aber irgendwie muss er sie wohl überredet haben, ihn so schnell zu heiraten und alles, was sie sich aufgebaut hatte, gegen das Leben einer Adligen einzutauschen. Das war viel zu überstürzt", meinte er.
"Und was das Druckmittel angeht: Robespierre hatte mir nur noch eine Woche Zeit gegeben, um Percy zu verhaften und hinzurichten. Ich hing nicht nur an meinem Leben, ich wollte ihn auch tot sehen. Wir wussten Beide, dass dieses Aufeinandertreffen das letzte sein würde. Ich hätte es ertragen in der Zelle zu landen, weil ich ihn nicht schnappen konnte, aber mich, der wohl überzeugter als die meisten war, als den Retter der Adligen hinzustellen", das verzeihe ich ihm nicht", fuhr er fort. Es war nicht das Versagen, sondern dass wie.
"Nunja, die letzten Jahre in der Zelle waren auch kein Leben. Und ich hatte nie den Wunsch ewig zu leben. Wäre alles gescheitert, dann wäre es blöd gelaufen, aber ich wäre nicht weggelaufen. Menschen leben und sie sterben, das war mir immer klar und ich hatte nie Angst vor dem Tod und es gibt schlimmere Arten zu sterben, als durch Enthauptung. Nun muss ich mich eben mit ein paar Jahren mehr arrangieren", stellte er fest. Er wollte nicht sterben, aber er hatte davor nie Angst. Nur war er auch ein Kämpfer und das hatte ihn am Leben gehalten und würde ihn auch weiter leben lassen. Andernfalls wöre er wohl in der Zelle gestorben.
"Bisher habe ich recht wenige, mit denen ich Zeit verbringen möchte und genau deshalb werde ich mich keine Sekunde eher mit ihm treffen als möglich. Was man nicht leiden kann, das meidet man. Warum sollte ich mich jetzt in seine Nähe begeben und mich einmal mehr von ihm lächerlich machen lassen? Ich sehe dafür keinen Anlass", erwiderte er schlicht. Er wollte ihn nicht sehen.
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   31.03.16 0:21

Lamia betrachtete ihn mit einem gewissen Bedauern. Wenn er vier Jahre mit seiner Verlobten zusammen gewesen war, wie konnte er dann so wenig verstehen?
„Es gibt nur eine einzige Person, die jemanden tatsächlich davon überzeugen könnte, etwas freiwillig zu tun, was man zuvor nie getan hätte. Und diese eine Person hatte ihre Finger sicher nicht im Spiel. Es gibt nur zwei Motive, weswegen sie das getan hätte und hier passt keines von beiden. Ansonsten müsste deine Verlobte leicht zu manipulieren gewesen sein, was ich nicht glaube, denn Schauspieler manipulieren eher selbst. Bleibt nur noch die letzte Möglichkeit und ich bin mir sicher, dass du auch schon daran gedacht hast, das aber vielleicht nicht akzeptiert hast, weil es weh tut und es einfacher ist, Percy die Schuld zu geben. Solange deine Verlobte nicht entführt oder erpresst wurde, war es ihre Entscheidung und auch wenn sie dich verlassen hat: Wenn du sie liebst – oder geliebt hast – wäre es deine Aufgabe gewesen, ihre Entscheidung, bei der sie ja auch nach deinem Zureden blieb, zu akzeptieren. Ich habe in meinem Leben schon die eine oder andere Geschichte gehört, die in den Grundzügen die gleiche ist. Die Details sind natürlich immer unterschiedlich, aber im Grunde ist es immer das gleiche, was Menschen und Vampire antreibt. Und ja, ich war schon ein ums andere Mal selbst Teil einer solchen Geschichte, in jeder nur erdenklichen Rolle. Das Problem ist, man erkennt das stets erst hinterher. Deswegen ist auch das beste, was ich nun tun kann, dich an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Es wird nicht jetzt besser und es wird auch nicht morgen besser, aber vielleicht wird es in einem Monat eine kleine Winzigkeit und in einem Jahr eine große Winzigkeit besser sein. Zeit allein heilt nicht, aber neue Erfahrungen helfen definitiv“, erklärte sie ihm ruhig und behutsam. Sie wollte ihm nicht das Gefühl geben, als wären seine Empfindungen unwichtig, denn das waren sie nicht. Es ging viel eher darum, dass er erkannte, dass er nicht an diese Vergangenheit gefesselt war, wenn andere ähnliche Geschichten ebenfalls überwinden konnten.
„Ich denke nicht, dass es in seiner Absicht lag, jemanden zu töten, auch wenn er schlussendlich wohl dafür verantwortlich war. Dir das in die Schuhe zu schieben war, wie ich ihn kenne, seine Art dir eine Fluchtmöglichkeit zu geben. Aber – und das ist wichtig – er hat es nicht verstanden. Percy wäre an deiner Stelle wohl geflohen, aber ich verstehe, weshalb du das nicht getan hast. Zu fliehen hätte geheißen, diese Rolle anzunehmen und Frankreich im Stich zu lassen. Ich verstehe, dass du das nicht getan hast. Glaub mir, ich hätte das Imperium auch um nichts in der Welt im Stich lassen können und wenn man mir vorgeworfen hätte, mit Karthago unter einer Decke zu stecken und Hannibal mich mit Kusshand empfangen hätte. Wenn ich zu ihm gegangen wäre, dann nur, um ihm Gift in den Wein zu geben.“
Lamia bemerkte, dass ihre Stimme ein klein wenig zu leidenschaftlich geworden war und räusperte sich leise.
„Wenn meine Schöpferin mich gelassen hätte, hätte ich höchstpersönlich, Karthago dem Erdboden gleich gemacht und mit Salz bestreut, auf dass dort niemals wieder ein Haus stehen würde. Damals war ich noch lange nicht so umsichtig, was das Leben anderer anging. Meine Schöpferin ließ mich nicht und als ich später auf dem besten Weg war, konnte ich mich zum Glück selbst stoppen. Selenia hatte nämlich Recht: Die Politik der Menschen sollten wir so weit es geht auch den Menschen überlassen“, erklärte sie ihm mit einem nachdenklichen Lächeln, als sie sich an diese Zeit erinnerte.
„Nehmen wir aber mal, rein aus Spaß, an, dass Percy seine Frau tatsächlich geliebt hat. Vielleicht war sie ja sogar schwanger, noch recht früh in der Schwangerschaft, sonst hättest du es ja gewusst. Und dann hast du sie als Druckmittel benutzt, aus seiner Sicht hast du seine Familie bedroht und das war gewissermaßen seine Rache. Du könntest dann froh sein, dass du nur an Percy gekommen bist. Der, der meine Familie, also diesen Clan, zu dem auch du nun gehörst, bedroht, wird keinen glücklichen Moment mehr haben. Ich kann dafür sorgen, dass diese Person die Ewigkeit damit zubringt, die eigenen Eltern zu verfluchen, weil sie ihn geboren haben. Und denke darüber nach, was du tun würdest, wenn jemand deine Familie bedroht. Würdest du dieser Person nicht auch das Schlimmste wünschen? Dass sie ihren grauenhaftesten Albtraum durchlebt? Deswegen sage ich, dass es für euch beide unwürdig war. Du hast ihm etwas Schlimmes angetan und er dir, jeder von euch aus freien Stücken.“
Als Chauvelin meinte, er müsse sich nun mit ein paar Jahren mehr arrangieren, schmunzelte sie leise.
„Nun, wenn alles gut geht, dann mehr als nur ein paar Jahre mehr. Es ist nicht schlimm, so lange zu leben, nicht, wenn man es richtig anstellt. Jeder macht Fehler, jeder tut Gutes. Jeder macht sich Freunde und Feinde. Man sollte sich nur von dem Schlechten im Leben nicht mehr beeinflussen lassen, als von dem Guten. Wie gesagt, du musst Percy nicht sehen, aber lass dich von ihm von nichts abhalten. Dass er dich lächerlich machen kann, bezweifle ich jedoch. Sollte er es versuchen, würde vermutlich Cals Beschützerinstinkt erwachen und sie würde-“
Lamia hielt inne, als Cal sie fragte, ob sie fertig war und ob sie den Plan für den nächsten Abend durchgehen könnten. Ihr Blick richtete sich ein wenig irritiert auf Chauvelin.
„Lämmchen?“, fragte sie erstaunt, schüttelte dann aber den Kopf, während sie Cal um etwas Aufschub bat.
„Siehst du, Cal kennt dich kaum und hat dir schon einen Kosenamen gegeben, sie mag dich und sie würde Percy dann sicher zurecht weisen, wenn er versuchen würde, sich über dich lustig zu machen. Und wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat, dauert es eine Weile, bis sie sich das wieder abgewöhnt hat“, fügte Lamia hinzu, als sie Chauvelins Gesichtsausdruck bemerkte. Er schien von „Lämmchen“ nicht so angetan zu sein. Dabei war das nicht mal Clas schlimmste Kreation. Sie hatte auch schon mal jemanden „Käferchen“ genannt.



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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   03.04.16 12:46

Käferchen ist noch harmlos xD wenn ich daran denke, wie manche ihre Freunde nennen: Pupsi, Hasenfurz, ... Wenn ich einen Kerl habe und der mich so nennen würde, könnte der sich aber was anhören xD
________________________
Chaufelin hörte ihr zu.
"Es bringt wenig, mir zuzureden. Ich werde ihm nicht heute und nicht morgen verzeihen. Vielleicht arrangere ich mich irgendwann mit seiner Anwesenheit, vielleicht gehe ich ihm auch die Ewigeit aus dem Weg. Im Augenblick sind nahezu alle Erinnerungen, die ich richtig habe, mit ihm verbunden und nicht eine hat auch nur ansatzweise irgendetwas, was auch nur ansatzweise eine positive oder wenigstens neutrale Seite erahnen lässt. Im Augenblick würde ich ihm absolut alles an den Hals wünschen, was mir einfällt und eine Hinrichtung wäre noch das Netteste davon. Ich will und werde ihn nicht sehen. Dies ist die zweite Nacht, in der ich außerhalb der Zelle bin und ständig wird alles über den Haufen geworfen, was ich zu glauben gelernt hatte. Ich brauche nun nicht noch einen arroganten Briten, der anderen den Idioten vorspielt und keine Sekunde verstreichen lässt ohne mich lächerlich zu machen.", stellte er klar.
Als Lamia ihn auch Lämmchen nannte, verzog er das Gesicht.
"Diese Namen dienen nur dazu, sich über andere lustig zu machen. Entweder sie nennt meinen Namen oder sie spricht weder mit noch über mich. Das habe ich ihr bereits gesagt", stellte er fest. Diese "Kosenamen" waren immer nur Spottnamen und das war auch jetzt nicht anders. Er war weder ein Pferd, noch ein Schaf oder irgendein anderes dieser mordlüsternen Viecher. Er hieß auch nicht Chambertin oder sonst irgendetwas sondern Chauvelin. Was war daran so schwer zu verstehen?
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   03.04.16 15:35

Lamia betrachtete ihn eine ganze Weile schweigend.
„Nun gut, schlussendlich ist es deine Sache, wie sehr du dir dein Leben erschweren willst, aber vergiss nicht, dass es dann auch deine Aufgabe ist, ihm aus dem Weg zu gehen. Erwarte nicht, dass irgendein anderer sich aufgrund deiner Abneigung einschränkt. Aus Erfahrung kann ich dir aber sagen, dass die Welt erstaunlich klein wird, wenn man versucht, einer Person aus dem Weg zu gehen“, meinte sie ruhig. Auf seine Bemerkung zu dem Kosenamen ging sie gar nicht weiter ein. das betraf Cal und entweder er lernte damit zu leben, dass Cal anderen solche Namen gab oder er verweigerte sich da. Jeder hatte seine Macken, auch Cal, die immer recht schnell neue Schützlinge ins Herz schloss und auch entsprechend beliebt war.
Stattdessen erhob sie sich und bedeutete ihm, das Zimmer zu verlassen.
„Ich denke, es ist spät genug. Du solltest langsam schlafen gehen – und keine Ausflüge mehr, ja? Wenn du die Villa verlassen willst, dann sag mir Bescheid, damit ich jemanden mitschicken kann, das sorgt für Sicherheit. Wenn du so weit bist, kannst du dann auch allein gehen. Vielleicht sollte ich, wenn ich hier meine Aufgaben erledigt habe, mit dir für die Ausbildung zur Villa Olympia. Aber bis dahin, wirst du vermutlich hauptsächlich Theorie in deinem Zimmer lernen. Ich komme morgen wieder und bringe dir die nächsten Lernmaterialien. Guten Tag“, verabschiedete sie ihn ruhig. Als er das Zimmer verlassen hatte, rief sie Cal und Caleb rein, um mit ihnen den Plan für den nächsten Abend durchzugehen. Als alles fertig war, ging auch sie schließlich in ihrer Grabkammer schlafen. Sie bekam derzeit nur wenig Schlaf, umso wichtiger war es, dass sie in ihrem Sarkophag schlief.



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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   13.08.16 11:17

Chauvelin verließ Lamias Zimmer, um zu seinem eigenen zurückzukehren. Er war zugegeben verdammt erschöpft. Nicht nur seine Versuche Menschenblut zu trinken, sondern auch die Anspannung und das Gespräch hatten ihn erschöpft. Jahrzehntelang, hatte man ihm maximal einen Befehl hin und wieder gegeben, sonst war nur die ewige Stille. Er war so lange Gespräche und auch Konzentration nicht mehr gewohnt und es hatte ihn sehr angestrengt, so lang zu lauschen. Dann wurde wieder einmal sein Weltbild in einen Scherbenhaufen verwandelt und zum Schluss erfährt er, dass sein Erzfeind hier ist. Lamia glaubt, nur weil sie es sagt, würde er alles vergessen und mit Blakeney klar kommen. Sie hatte offenbar vergessen, was es heißt, jemanden aus tiefster Seele zu hassen, sonst hätte sie ihn wohl kaum ewig getrennt mit ihm zu versöhnen. Erfahrungen sollen jemanden verändern? Er hatte nicht eine positive Erfahrung in den letzten Jahrzehnten gehabt und jede schürte seinen Hass auf diesen Briten heimlich weiter. Früher hätte er ihm den Tod gewünscht, heute wäre das noch gnädig. Er wollte nicht jetzt noch ihn sehen, wo ihm dieses Leben jetzt schon zu viel wurde und er sich manchmal zurück in die Zelle wünschte, einfach weil da vielleicht physische Schmerzen waren, aber er hier ständig einen einen sprichwörtlichen Schlag nach dem anderen ins Gesicht bekam und ihn das mit jedem Mal mehr Kraft kostete. Er hatte sich das Leben draußen anders vorgestellt. Vermutlich käme er besser klar, wenn man ihn anschreien würde, ihn quält und erniedrigt, denn das war es, was er kannte, was ihm präsent war. Aber das, wie es nun war, das verwirrte ihn. Es raubte ihn Kraft und er wusste nicht damit umzugehen. Und dann sollte er jetzt, wo er am liebsten gar keine anderen sehen wollte, die beiden treffen, für die er wirklich etwas empfand und bei denen diese Empfindung abgrundtiefer Hass war? Nein, das würde er nicht tun. Er würde morgen einfach die Ruhe seines Zimmers genießen und die ganze Nacht lernen. Er wollte keinen sehen und er wollte nicht hinaus. Hier sitzen und zu lernen - das reichte ihm völlig, um so etwas wie Zufriedenheit zu verspüren.
Mit diesen Gedanken legte er sich hin und schlief schnell erschöpft ein.
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BeitragThema: Re: 24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste   

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24.8.1820 | Rom | Lamia Lacrima Maior - die neue Älteste

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